Als wir damals begannen, A-Cappella-Musik zu machen, hätten wir uns niemals träumen lassen, dass die NotenDealer einen so großen Teil unseres Lebens einnehmen würden. Seit damals haben wir uns nicht nur stimmlich und bühnentechnisch extrem weiterentwickelt, sondern auch ein Verhältnis untereinander aufgebaut, welches weit über Freundschaft hinaus geht und unsere ungewöhnliche Band erst möglich macht.
Es ist verdammt viel passiert und das hier ist eine kleine Zusammenfassung all der Dinge, die bisher geschehen sind.

Jahr 1 (2004)

Am 16.03.04 traten wir das allererste Mal vor einem Publikum auf. Nach ca. einem viertel Jahr Probe hatten wir es geschafft, das Stück „Tekkno (alle meine Entchen)“ von den Wise Guys zu covern und zum Talentefest unseres Rülein Gymnasiums aufzuführen. Damals noch zu sechst und allesamt 15 Jahre alt, wurden wir von dem Riesenapplaus der uns entgegen kam regelrecht überrollt. Der Name „Notendealer“ war damals noch nicht mal ausgesprochen. Wir liefen in dem Wettbewerb unter dem Namen „die 5 lustigen 6“…zum Glück haben wir den Namen nicht behalten!

Zwei Monate später gab uns unsere Schule eine weitere Chance vor Leuten aufzutreten. Zum Traditionsball hatten wir schon drei Titel, statt nur einen und standen das erste Mal als Notendealer auf dem Programm. Der Name ist übrigens Gabor in einer zweistündigen Diskussion eingefallen (Namen wie die Sushirollen und die Chillischoten fielen Gott sei Dank flach).

Unser damaliger sechster Mann, Matthias Rensch, moderierte damals noch für uns, bis Tim nach mehreren Anfragen irgendwann diesen Posten übernahm und sich als Naturtalent herausstellte.


Ganz am Anfang

Durch die Förderung unserer damaligen Schule konnten wir erste kleine Auftritte in Freiberg an Land ziehen (Wasserbergfest, weitere Runden des Talentewettbewerbes). Zwar unbezahlt und oftmals im Regen, doch das Konzept aus reinen a-capella Gesang und Humor kam in unserer Heimatstadt ganz gut an.

Musikalisch begannen wir sehr uneigenständig. Im ersten Jahr wurden fast nur Stücke unserer damaligen Vorbilder, den „Wise Guys“, gecovert. Aber so konnten wir zumindest eine gewisse Routine in den Proben entwickeln. Auch erste Choreographieanfänge wurden gemacht. Vor allem in dem Wise Guys Stück „Schlag mich Babe noch einmal“ haben wir uns für damalige Verhältnisse viel einfallen lassen. Sehr angenehme Auftritte hatten wir 2004 auch im Tivoli (Madagaskar live) und zu den ersten Geburtstagsfeiern, zu denen wir gebucht wurden. Damals hatten wir allerdings erst ein Programm, das wir auf maximal 30 Minuten strecken konnten und oft zur Zugabe noch einige Songs wiederholen mussten.


Madagaskar live - September 2004

Im November 2004 hatten wir dann einen Auftritt, der uns bis heute als ganz besonders im Kopf geblieben ist. Mit dem Zug ging es nach Dresden zum sächsischen Landtag, wo wir vor einem Jugendparlament und sächsischen Politikern sangen. Durch die Kulisse und die auf uns gerichteten Kameras ein wirklich toller Auftritt für uns 6 Jungs! Im vollen Gegensatz dazu stand unser Auftritt im Chillout-Club des Freiberger Tivolis, wo uns nicht nur die Handys von Lars und Matthias geklaut wurden, sondern wo wir als A-Capella Gruppe einfach nicht gegen ein Publikum voller Rockfreunde ankamen. Zumindest haben wir so gelernt, dass Hochmut vor dem Fall kommt und konnten uns selbst ein wenig bremsen.

Im Nachhinein auch ein extrem wichtiger Auftritt.

Dann ging es im Dezember noch mit dem Zug nach Dresden, wo wir uns zum zweiten Mal 2004 ganz schlimm verliefen. Dafür war der Auftritt (unsere erste Firmenfeier) schön.

Das Jahr ließen wir gemeinsam ausklingen, mit unseren ersten Demoaufnahmen (gemacht in Matzes Haus) und einer gemeinsamen Silvesterparty.


Silvester 2004

Jahr 2 (2005)

Wenn man auf all die Jahre zurückblickt, gehört 2005 wohl zu den unspektakulärsten. Im Nachhinein muss man wohl sagen, dass wir ein wenig mehr Lieder hätten einstudieren sollen, denn musikalisch kamen die Notendealer in diesem Jahr fast zum Stillstand. Traditionsauftritte wie Abiball und Tradiball unserer Schule, sowie das zweite Talentefest absolvierten wir mit dem Programm, was wir schon Ende 2004 hatten.

Sehr cool war ein Auftritt in Kroatien, den wir im Rahmen der Abschlussfahrt der zehnten Klasse der Schule machten. Das ließt sich auch heute noch sehr schön in unserer Auftrittsliste, auch wenn er nur „just for fun“ war.


Daran hat sich bis heute nichts geändert - vor jeden Auftritt: Hände zusammen

Außerdem kamen wir ins Fernsehen! Zwar nur im Lokalkanal Eff3 und das mit einem Beitrag der uns nicht wirklich gefiel (auch heute noch auf der Homepage zu betrachten ist), aber immerhin.

Was uns allerdings 2005 sehr schön im Kopf geblieben ist, ist der Dezember. Nach eineinhalb Jahren hatten wir es endlich geschafft, unser erstes eigenständiges Konzert im Tivoli zu geben. Endlich war wieder genug Motivation da, um neue Stücke einzustudieren. Und zum allerersten nahmen wir eigene Lieder mit ins Programm auf. Heute würden wir das Konzert belächeln, doch damals war es eine Riesensache für uns.


Sind wir schon im Fernsehen?

Im Endeffekt hatten wir 2005 unsere Bekanntheit in Freiberg enorm erhöht, auch wenn es ein wenig ernüchternd war, im lokalen Rahmen zu bleiben. Doch dazu fehlte uns noch die Qualität und die Eigenständigkeit.

Wir hatten noch keine Ahnung, dass das nächste Jahr alles verändern würde und feierten Silvester das letzte Mal zu Sechst.


Vor dem Prinzen Tourbus

Jahr 3 (2006)

Da es auf der Homepage schon einen kompletten Jahresrückblick für 2006 gibt, werde ich hier mehr auf einen Aspekt eingehen, nach denen uns viele Leute auch heute noch Fragen.

Warum hat Matthias die Band verlassen?

Als wir am 27. und 28. Januar 2006 die Bühnenballauftritte im Theater machten, befanden wir uns musikalisch in einer Sackgasse und vor der schwersten Entscheidung, die wir als Band jemals zu treffen hatten. Man muss einfach sagen, dass Matthias die Notendealer gegründet hat. Das heißt, dass nicht ein einziges Jahr ohne seine Idee jemals stattgefunden hätte. Gleichzeitig muss man jedoch erwähnen, dass sein Verlassen der Band keine persönlichen Gründe hatte, sondern nur musikalische. Es war leider die einzige Möglichkeit sich gesanglich zu verbessern und den Auftrittsradius so zu erhöhen, auch wenn unser Verhältnis zu Matthias sich seit dem nie wieder komplett erholt hat. Die Entscheidung wurde von Tim, Lars, Gabor, Paul und mir einstimmig getroffen.

Wir sind heute nicht stolz darauf, aber drei Jahre später muss man sagen, dass sich unsere Qualität seit dieser Zeit merklich gesteigert hat.


Matthias Rensch - Gründer und ehemaliges Mitglied

Dafür trat 2006 ein anderer Mann in unseren Alltag und mit ihm endlich die Flexibilität, die wir uns immer erhofft hatten. Unser Stammtaxifahrer Jan, der mit uns am 10.6.06 die erste Fahrt machte und mit uns den besten Tag seit Anbeginn der Notendealer erlebte. Seit diesem Tag ist Jan auf Auswärtsfahrten nicht mehr wegzudenken, denn die Fahrten mit ihm kann man nur als unbeschreiblich beschreiben.


Jan - unser Fahrer und Freund

2006 war nach der drastischen Umstrukturierung der Band und all den Problemen, die damit einher gingen trotzdem das Jahr, in denen wir uns extrem entwickelten und sehr viel rumkamen. Ende 2006 hatten wir vorallem in Mittelsachsen einen Bekanntheitsgrad erreicht, der uns selbst überraschte.


Mitte 2006 - nun zu fünft (in Zwönitz)

Jahr 4 (2007)

2007 standen wir am Scheideweg. Wir hatten uns als Schülerband zusammengefunden, über 100 Auftritte gemacht und den Rahmen einer Schülerband als solche schon lange gesprengt. Das Problem war, dass die Schule im Sommer 2007 nun zu Ende ging und wir keine Ahnung hatten, wo jeder von uns danach sein würde. Trotzdem machten wir weiter.

Durch Jan und dem Taxi hatten wir ein tolles Jahr, in dem wir in allen möglichen Orten, zu allen möglichen Anlässen waren. Wir erlebten Geburtstage, Firmenfeiern, Jugendweihen und tolle Hochzeitspartys in Freiberg, Gera, Zwönitz, Dresden und an vielen anderen Orten. Wir machten ein tolles Konzert im Theater und begannen endlich unseren eigenen Stil zu entwickeln.

2007 war wohl das Jahr, in dem wir den Grundstein für die Band gelegt haben, die wir heute sind.


Der erste Büttenabend Anfang 2007 und die "Notendiele"

Als wir Mitte 2007 alle unser Abitur in der Tasche hatten (jabbadabbadu) und unsere Zukunftspläne besprachen, stellten wir fest, dass wir entgegen aller Erwartungen wirklich weiter machen konnten. Von da an war klar, dass wir lange genug zusammen sein könnten, um endlich wieder Energie in neue Songs und Konzepte zu stecken, zumal wir gefragter waren, als jemals zuvor. Ein tolles Gefühl, vor allem da wir uns nach mittlerweile über drei Jahren gegenseitig so gut kannten wie es nur möglich ist.


Felix und Paul zum letzten Schultag des Rüleingymnasiums

Mit dem Ende der Schule dachten wir, dass es auch das Ende für die Notendealer werden würde, glücklicherweise haben wir uns in dem Punkt getäuscht, denn es ging weiter.


Der letzte Auftritt für die Schule - zur Abizeugnissvergabe 2007

Zwischen Juli und Oktober 2007 hatten wir keinen einzigen Auftritt, was uns die Chance gab, ein wenig über die Zukunft zu sprechen und mal Urlaub zu machen.

Am Ende des Jahres stand für uns ganz klar fest, dass wir auch ohne die Schule weiter machen würden.

Jahr 5 (2008)

Zivildienst, Ausbildungsbeginn und Studium. Zum ersten Mal sahen wir uns nicht mehr jeden Tag in der Schule sondern mussten getrennte Wege gehen. So konnten wir allerdings jeden Auftritt noch mehr genießen, da wir uns nebenher viel mehr zu erzählen hatten.

Vor allem in Dresden konnten wir 2008 einen Riesensprung machen. Wir standen in dem Jahr mehr in Dresden als in Freiberg auf der Bühne. Nicht das Freiberg schlecht wäre, aber es macht halt mehr Spaß in einer größeren Stadt zu singen. Vorallen im Sommer hatten wir in Dresden einige der idyllischsten Auftritte aller Zeiten.


2008 in Dresden

2008 haben wir auch mehr eigene Titel ins Programm genommen als jemals zuvor. Gerade Songs wie „Timmi die Robbe“ und „Tinitus“ verdeutlichen, dass wir in Sachen Humor und Klang einen ganz eigenen Stil entwickelt haben, auf den wir wirklich sehr stolz sind.

Es gäbe noch so viel mehr zu sagen und eigentlich müsste man einen Aufsatz über jeden einzelnen Auftritt schreiben. Wie viele nette und tolle Leute wir in all den Jahren kennen lernen durften ist unglaublich.

Silvester 2008 haben wir endlich einmal wieder zusammen verbracht und sogar einen Auftritt absolviert. Den Jahreswechsel haben wir mit Jan in Dresden gemacht und für mich persönlich war es das wohl beste Silvester aller Zeiten.


Silvester 2008 - 15 Minuten vor Mitternacht

Jahr 6 (2009)

Rund 50 absolvierte Auftritte! Diese Zahl konnten wir uns am Ende von 2009 vorhalten und sind darauf sehr, sehr stolz.
In keinem Jahr war eine Steigerung an Produktivität, Kreativität und Gefragtheit so sehr zu verzeichnen, wie in unserem sechsten Jahr als Band.
Wenn man die Chance hat, fast jedes Wochenende in den Tourbus zu steigen und loszuziehen, um einfach Spaß zu haben, könnte man kaum dankbarer sein.


Anfang 2009 in der Nikolaikirche Freiberg

Auch unser Verhältnis untereinander bekam in diesem Jahr noch eine ganz besondere Steigerung.
Tim hatte für einige Wochen überlegt, eine Arbeitsstelle anzunehmen, durch die er keine Möglichkeit mehr gehabt hätte, genug Zeit für die Notendealer aufzubringen.
In dieser Zeit gab es viele Diskussionen und Sorgen.
Ich würde das wohl als unsere erste echte Bandkrise bezeichnen.
Doch als er uns eines Abends dann erzählt,e dass er die Stelle nicht annehmen würde...Nunja, der Abend wurde noch sehr fröhlich!


Mal ganz in zivil zusammen unterwegs

Für unser 5-Jahre Jubiläumskonzert im Tivoli studierten wir zum Ende des Jahres mehr neue Stücke ein, als jemals zuvor.
Noch nie waren wir so zufrieden mit einem Programm, das wir den Leuten vortragen konnten und die Reaktion des Publikums war enorm!
Wenn man die Notendealer jetzt mit „früher“ vergleicht, bekommt man, was die Qualität betrifft, fast Angst!
Die von Lars und Gabor arrangierten neuen Stücke (wie Smooth criminal, Pubertät und Bad touch) holen aus uns einfach das maximale an Gesangsleistung und Humor raus.


5 Jahre Notendealer - das ausverkaufte Jubiläumskonzert

Am Ende des Jahres waren wir mit unserer Entwicklung mehr als zufrieden und beschlossen für 2010 weiter Gas zu geben.
Die Planung von „Gruppentherapie“ begann zum Ende des Jahres!